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Dolomiten Welterbe UNESCO

Seit dem 26. Juni 2009 gehören die Dolomiten zum Welterbe der Menschheit. Die UNESCO hat die Eintragung in die Welterbeliste an drei Bedingungen geknüpft:
1. Gründung einer Stiftung, um die einheitliche Führung und Entwicklung des Welterbes zu sichern;
2. Ausarbeitung einer Führungsstrategie für das gesamte Welterbegebiet;
3. Ausarbeitung einer Strategie für die nachhaltige touristische Nutzung des Welterbegebietes, da in einigen Bereichen die Grenzen der Belastbarkeit erreicht sind.

Die erste Bedingung ist am 13. Mai 2010 in Belluno mit der Gründung der Stiftung „Dolomiti – Dolomiten – Dolomites – Dolomitis UNESCO“ erfüllt worden. Mitglieder des Verwaltungsrates sind die zuständigen Landesräte der fünf Provinzen, der Vorsitz wechselt alle drei Jahre und geht im Mai 2013 von Belluno an Südtirol über. Die Stiftung hat ihren Rechts- und Steuersitz in Belluno. Für eine effiziente und bürgernahe Führungsstruktur gibt es aber bei den einzelnen Provinzen operative Sitze - für Südtirol beim Landesamt für Naturparke. Südtirols Vertreter im Verwaltungsrat, Landesrat Michl Laimer, weist darauf hin, dass sich für die vom Welterbe betroffenen Gemeinden, Grundeigentümer und sonstigen Akteure im Welterbegebiet durch die Stiftungsgründung und Sitzvergabe an Belluno nichts ändert. „Die Stiftung ist keine zusätzliche Genehmigungsbehörde, Ansprechpartner für alle in Südtirol vom Welterbe Betroffenen bleibt wie bisher das Naturparkamt in Bozen“ betont Landesrat Laimer.

Die Strategien für Führung und Tourismus werden derzeit ausgearbeitet. Die Führungsstrategie gliedert sich in die Achsen Erhaltung und Führung, Kommunikation sowie In-Wert-Setzung; inhaltliche Schwerpunkte sind unter anderem: geologische und landschaftliche Werte, Schutzgebiete, Bildung und Forschung, sozioökonomische Entwicklung und nachhaltiger Tourismus, Mobilität. Südtirol hat die Schwerpunkte „Mobilität“ und „sozioökonomische Entwicklung und nachhaltiger Tourismus“ übernommen. Mit der Ausarbeitung der Tourismusstrategie hingegen hat die Stiftung die Europäische Akademie Bozen beauftragt.

Das Welterbe Dolomiten ist aber nicht nur eine ökologische Aufgabe, sondern auch eine kulturelle. Es gilt, das Welterbegebiet für die nachkommenden Generationen zu bewahren und so weiterzuentwickeln, dass die Bedürfnisse der Natur mit jenen der Menschen in Einklang gebracht werden - für Landesrat Laimer eine große Herausforderung, aber auch Chance für Südtirol. „Die Menschen,“ so der Landesrat, „müssen sich mit dem Welterbe Dolomiten identifizieren, und damit das gelingt, müssen sie informiert sein.“ Presse, Rundfunk und Fernsehen, Informationsveranstaltungen, Publikationen, eine Dachmarke, audiovisuelle Medien, Ausstellungen, Naturerlebnisangebote, speziell ausgebildete Wanderführer… Je breiter die Palette an Kommunikationsmitteln und Initiativen ist, desto eher wird das Ziel erreicht, das Welterbe Dolomiten in den Köpfen und Herzen der einheimischen Bevölkerung und der Gäste zu verankern.

Für weitere Informationen:
Ulrike Lanthaler
Abteilung Natur und Landschaft
Tel. 0471 417722 - Fax 0471 417729
e-mail: ulrike.lanthaler@provinz.bz.it