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Neuigkeiten aus dem Interreg Italien-Schweiz Projekt „IRKIS“

Interreg IT-CHIm Rahmen des INTERREG Italien-Schweiz Projektes "IRKIS – Interregionales Kriseninformationssystem", an dem der Kanton Graubünden und die Abteilung Brand- und Zivilschutz der Südtiroler Landesverwaltung beteiligt sind, wird an der Verbesserung und Optimierung der Hochwasservorhersagemodelle und an der Entwicklung von Entscheidungsunterstützungssystemen in Krisensituationen gearbeitet. Um die Reaktion der einzelnen hydrologischen Teileinzugsgebiete in Südtirol bei starken Niederschlägen besser vorhersagen zu können, hat die Abteilung Brand- und Zivilschutz einige Teilprojekte initiiert. Die Voraussetzung für die Verbesserung der Frühwarnsysteme ist ein ständiges Monitoring der aktuellen Umweltbedingungen. Im Rahmen des Projektes wird deshalb ein System zur laufenden Beobachtung der Schneedecke und des Bodenzustandes entwickelt. Im Sommer 2010 wurden versuchsweise einige Sonden zur Messung der Bodenfeuchtigkeit installiert und getestet. Diese Sensoren messen die Bodenfeuchtigkeit in Zeitabständen von 15 Minuten und erlauben es, die Reaktion des Bodenwasserspeichers auf Niederschläge oder auf Schneeschmelze zu analysieren. Die Messgeräte befinden sich an drei Standorten im Nordosten des Landes auf einer Höhe zwischen 1.900m und 2.000m in direkter Nachbarschaft von Schneemessstationen. Die bisher gesammelten Daten erlauben die Entwicklung und Verifikation eines Simulationsmodells zur Berechnung der Bodenfeuchtigkeit. Dieses Simulationsmodell stellt dem Hochwasservorhersagedienst Entscheidungsgrundlagen und dem Hochwasservorhersagemodell Eingangsdaten zur Verfügung. Da die hydrologischen Eigenschaften wie die Bodenmächtigkeit und die Wasserspeicherkapazität der Böden für die Hochwasservorhersage eine entscheidende Rolle spielen, ob ein angekündigter Niederschlag zu einer Hochwassersituation führt oder nicht, wird derzeit an der Erstellung einer Bodenkarte in Südtirol gearbeitet. Diese Bodenkarte wird auf Basis der bereits vorhandenen geologischen, geomorfologischen, phytoklimatologischen Daten, der bereits vorhandenen Bodenkarten, des digitalen Geländemodellls, der Waldtypenkarte und aller bereits erhobenen Bodenprofile erarbeitet. Die Karte zeigt die hydrologischen Eigenschaften der Böden in Landschaftseinheiten mit ähnlicher Bodenentwicklung. Zurzeit wird ein Pilotprojekt im Raum Vinschgau erarbeitet. Die Ergebnisse fliessen anschliessend in die Weiterentwicklung des Hochwasservorhersagemodells des Hydrologischen Dienstes des Landes ein.

Beispiel einer Sonde am Piz La Ila
Beispiel einer Sonde am Piz La Ila