Südtiroler Umweltportal
www.marseiler.com
BACK

KlimaLand Südtirol – Klimaplan

Mit einer langfristig ausgelegten Klimastrategie will die Landesregierung Südtirol zum KlimaLand machen. Bis 2050 soll durch den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen und die Erhöhung der Energieeffizienz der CO2-Ausstoß von derzeit 5 auf 1,5 Tonnen pro Kopf reduziert werden. Bis zum Jahr 2050 soll Südtirol zum Klimaland werden, indem die erneuerbaren Energien gefördert, die Energieeffizienz erhöht und die fossilen Energieträger ersetzt werden.

Die Landesregierung möchte Energie einsparen und den CO2-Ausstoß nachhaltig mit Gesetzen und spezifischen Fördermaßnahmen reduzieren. Vor allem aber soll die Bevölkerung dafür sensibilisiert werden, daß jeder Einzelne mithelfen kann, die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen.
Geplant ist auch die Errichtung einer Energieagentur, die den Gemeinden und den Südtirolern beratend in Energiefragen zur Seite steht.

Südtirol erzeugt derzeit pro Kopf und Jahr einen CO2-Ausstoß von 5 Tonnen. Im Vergleich zum EU-Raum oder den USA, die etwa 9 bzw. 20 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr erzeugen, sind wir in Südtirol jetzt schon voraus. Ziel ist es aber, bis 2050 auf 1,5 Tonnen CO2-Ausstoß zu kommen und den Energieverbrauch von derzeit 49 Prozent mit über 90 Prozent aus erneuerbaren Quellen abzudecken.

Der Klimaplan wurde von Landesrat Michl Laimer und dem Umweltressort mit Flavio Ruffini an der Spitze ausgearbeitet und man hat sich hohe Ziele gesteckt.
Energieeinsparung und die Nutzung alternativer Energiequellen, etwa von Wasser, Biomasse, Wind oder Sonne wird konsequent gefördert werden. Landesrat Michl Laimer „Wir waren nicht gezwungen, diese Strategie auszuarbeiten, sondern wollen diesen Weg bewusst gehen. Die Ziele, die wir uns gesetzt haben, sind sehr kühn, aber wir sind überzeugt, dass wir sie erreichen können. Mit dem Klimaplan streben wir den Wandel hin zum Besseren an.“
Den Wandel hin zum Besseren sieht Laimer in der intelligenten Nutzung der Energie, in der Verbesserung der Energieeffizienz und schließlich im Abbau der fossilen und gleichzeitigen Ausbau der erneuerbaren Energien.

Damit die Klimastrategie aufgeht, sollen alle mit einbezogen und eine Nachhaltigkeitskultur in der Gesellschaft verankert werden. Nur so kann es gelingen, den Energiebedarf zu senken und diesen durch Alternativenergien abzudecken.

2008 ist der Südtiroler Energieverbrauch zu 23,8 Prozent durch Strom, zu 7,4 Prozent durch Mineralölprodukte (ohne Verkehr), zu 24,8 Prozent durch Erdgas, zu 11,6 durch Biomasse und zu 1,7 Prozent durch sonstige erneuerbare Energieformen (Fotovoltaik, Biogas, usw.) gedeckt worden. Der Verkehr hat am Gesamtverbrauch einen Anteil von 30,8 Prozent. „Mit den 17.700 Solaranlagen, den über 4.100 Fotovoltaikanlagen und den 930 Wasserkraftwerken sind wir im gesamtstaatlichen und im internationalen Vergleich gut aufgestellt. Einzig im Bereich Geothermie haben wir Aufholbedarf“, erklärt Laimer.

Die Klimastrategie des Landes ist langfristig angelegt und soll kontinuierlich und konsequent an die gesellschaftlichen Erfordernisse angepasst werden.

KlimaHaus
Ein besonderes Erfolgsmodell ist das KlimaHaus, denn es beweist, daß man mit innovativen Konzepten im Bereich Energieeffizienz und auch ökonomisch erfolgreich sein kann. Mit Stand 2011 werden durch die 3.100 Klimahäuser 8 Millionen Liter Heizöl eingespart und 16.000 Tonnen weniger CO2 pro Jahr produziert.

Windenergie
Die Windenergie kann in Südtirol genützt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Keine Windparks in der Talsohle, keine in Naturparks, keine in Bannzonen, keine ohne geeignete Zufahrt, keine ohne eine ausreichende Anzahl von Stromabnehmern, keine oberhalb von 2.500 Metern Meereshöhe und keine in Gebieten, in denen der Wind im Jahresschnitt nicht mit mindestens fünf Metern pro Sekunde pfeift:
Die von der Landesregierung auf Vorschlag von Landesrat Michl Laimer ins Auge gefassten Kriterien schließen Windparks in ganz Südtirol aus - mit sechs Ausnahmen: Erfüllt werden die Kriterien nämlich nur von Standorten auf dem Brenner, in Vals, St. Vigil, Sarntal, Ritten und Villanders.
Prüfen lassen will die Landesregierung, wie eine Veränderung der Kriterien sich auf die Aufnahme neuer, strukturschwacher Gemeinden in die Liste der möglichen Windpark-Standorte auswirken würde. Auf dieser Grundlage will sie dann endgültig über die Windpark-Kriterien entscheiden.

Kubaturbonus – Energetische Sanierung
Die Landesregierung wird den vom Staat gewährten Kubaturbonus auch für Südtirol übernehmen, allerdings mit einer Einschränkung: zusätzliche Kubatur kann nur verwirklicht werden, wenn ein Gebäude energetisch saniert wird. Man will damit erreichen, daß der Bonus nicht nur ein Bauanreiz ist, sondern ein Beitrag zum Schutz von Klima und Umwelt.

KlimaLand
Landesrat Michl Laimer und der Direktor des Umweltressorts Flavio Ruffini