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Kurze Kreisläufe kommen Südtirol und der Umwelt zu Gute

Lokale Kreisläufe unterstützen und einheimischen Produkten den Vorrang geben: beides kommt sowohl dem gesamten regionalen Wirtschaftskreislauf, als auch unserem Klima zu Gute.
In Südtirol werden auf kleinstem Raum eine Vielzahl hervorragender Nahrungsmittel hergestellt und ausgezeichnete Gastronomie-, Beherbergungs- und Landwirtschaftsbetriebe geführt. Die regionalen Kreisläufe Südtirols stoßen sowohl bei den Endverbrauchern, als auch bei Gastronomie und Hotellerie auf eine ständig wachsende Nachfrage und bilden damit den Grundstock für eine gesunde regionale Wertschöpfungskette.
Diese positive Entwicklung ist sicherlich als Gegenpol zur allgegenwärtigen Globalisierung zu deuten, denn regionale Produkte stiften Identität und geben Halt in einer schnelllebigen immer anonymer werdenden Gesellschaft. Andererseits zeigt uns die wachsende Nachfrage, dass in unsicheren Zeiten – wie in der momentanen Wirtschaftskrise - in der Glaubwürdigkeit des Produktes der eigentliche Schlüssel zum Erfolg liegt.
Verschiedene Initiativen der öffentlichen Hand und der einzelnen Interessensvertreter fördern seit geraumer Zeit die Bewusstseinsbildung der Südtiroler Bevölkerung und Wirtschaftstreibenden in diese Richtung. Adressaten sind Endverbraucherinnen und Endverbraucher, Landwirtschaft, Handel, Hotellerie und Gastronomie. Projekte wie der 2012, in zweiter Auflage, ausgeschriebene öffentliche Ideenwettbewerb „Tourismus trifft Landwirtschaft“, kurbeln die erfolgreiche regionale Kooperation zwischen verschiedenen Wirtschaftssektoren, wie z.B. Tourismus und Landwirtschaft, an.
Die Südtiroler Umwelt gewinnt dadurch auf der ganzen Linie, denn kurze Kreisläufe bedeuten schließlich kurze Transportwege. Doch nicht nur die Umwelt, sondern ganz Südtirol profitiert von den kurzen Wegen.
Die Landwirtschaft profitiert davon, dass ihr die Nahversorgung und der Tourismus bereits vor Ort einen enormen Absatzmarkt bescheren. Die Hoteliers können dank des bäuerlichen Angebots und der damit verbundenen intakten Landschaft ein Paket für den Gast schnüren, das glaubwürdig ist und haben dadurch auf dem sonst unüberschaubaren Tourismusmarkt ein Alleinstellungsmerkmal, das gegen die internationale Konkurrenz Bestand hat. Die Gastronomie profitiert von den richtigen Lebensmitteln vom benachbarten Acker und dem Stall nebenan, um diese für althergebrachte Rezepturen zu verwerten und kann so auf die verstärkte Verwendung lokaler Spezialitäten setzen und bei Einheimischen und Gästen mit Gerichten auf der Basis von regionalen Qualitätsprodukten punkten.
Die intakten kurzen Kreisläufe und der Kauf heimischer Erzeugnisse wirken für die Bevölkerung als Konjunktur- und Klimaschutzpaket: Jeder Euro, der für ein Südtiroler Produkt ausgegeben wird, bleibt im regionalen Wirtschaftskreislauf, garantiert kurze Wege und sorgt für die Erhaltung von Kaufkraft, Arbeitsplätzen und Wertschöpfung im eigenen Land. Ein Lichtblick in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Nicht zuletzt entstehen durch die Rückbesinnung auf die kurzen Kreisläufe und die damit verbundenen authentischen Werte dieses Landes unverwechselbare Eindrücke, die Südtirol nicht nur für unsere Gäste, sondern besonders auch für uns Südtirolerinnen und Südtiroler, lebenswert und liebenswert erhalten. Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Herausforderungen unserer Zeit, ist langfristige Voraussetzung, damit dies auch in Zukunft so bleibt.

Landesrat Hans Berger Hans Berger
Landesrat für Landwirtschaft und Tourismus