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Das Manifest für Südtirol - Leitprinzipien der Südtiroler Landesentwicklung

Die Leitprinzipien beschreiben den Rahmen, innerhalb dem die nachhaltige Entwicklung des Landes zu gestalten ist. Sie legen die Entwicklungs- und Handlungsphilosophie des Landes und die ihr zugrunde liegenden Werte fest. Damit bilden sie die Basis für das politische und öffentliche Handeln in Südtirol. Diese Prinzipien bauen auf die im LEROP 2000 ausgearbeiteten Grundsätze auf. Sie wurden vor dem Hintergrund der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen weiterentwickelt.

Kultur der Nachhaltigkeit
Nachhaltige Entwicklung ist als allgemeingültiges Handlungsprinzip umzusetzen. Dieses prägt das gesamte gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Handeln in Südtirol und der hier wohnenden Menschen.

Entwicklung auf der Grundlage der Autonomie
Die Autonomiebestimmungen bilden einen Grundpfeiler für die Entwicklung Südtirols. Die darin zuerkannten Möglichkeiten werden im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung verantwortlich genutzt. Die Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige, tolerante und heimatbewusste Gesellschaft im zusammenwachsenden Europa werden gestärkt.

Gesellschaftliche und soziale Nachhaltigkeit
Südtirol baut seine Zukunft auf eine sozial gerechte und solidarische Entwicklung auf. Es schafft geeignete Rahmenbedingungen, die den Zusammenhalt in der Gesellschaft fördern und eine nachhaltige Entwicklung des Landes ermöglichen. Der Einzelne wird zu Leistung und zur Übernahme von Verantwortung für die Entwicklung des Landes motiviert.

Stärkung des Wirtschaftsstandortes Südtirol
Die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft im Land werden gestärkt. Dies erfolgt insbesondere in der Absicht, die Wohlfahrt zu fördern und das hohe Beschäftigungsniveau zu erhalten.

Entwicklung im Rahmen der ökologischen Tragfähigkeit und bewusstes Wahrnehmen von Grenzen
Nachhaltiges Tun und Handeln kann nur innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen des betroffenen Raumes stattfinden. Damit verbunden sind der äußerst sparsame Umgang mit Ressourcen, der Erhalt der ökologischen Funktionen des Naturraumes und die schonende Gestaltung der Landschaft.

Beteiligung und Mitbestimmung
Die Bürger des Landes werden an den Entscheidungsprozessen im Land beteiligt. Subsidiäre Entscheidungsprozesse werden ausgebaut.

Vorsorge- und Verursacherprinzip
Südtirol verfolgt eine vorsorgende Landesentwicklung. Negative Entwicklungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt werden durch ein vorausschauendes und vorsorgendes Handeln vermieden. Hierfür ist die kontinuierliche Beobachtung der Entwicklungen erforderlich. Das Verursacherprinzip ist als gesellschaftlicher Grundwert zu etablieren. Damit wird die Verantwortung Aller für eine nachhaltige Entwicklung gestärkt.

Räumliche Ausgewogenheit
Südtirol stärkt über seine nachhaltige Regionalpolitik die Potenziale der einzelnen Teilräume und deren Wettbewerbsfähigkeit. Die Entwicklung ist so zu steuern, dass in den Teilräumen gleichwertige Lebensbedingungen geschaffen werden. Die Stärken und Chancen eines Teilraumes sind dabei zu fördern, die Nachteile zu minimieren.
Die Zentralen Orte sind als System von Versorgungs- und Arbeitsplatzzentren zu entwickeln. Sie fungieren als Entwicklungspole und Impulsgeber für das jeweilige Umland. In gegenseitiger Verantwortung zwischen Zentralem Ort und seinem Umland wird ein Lastenausgleich verwirklicht.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Solidarität
Das Land Südtirol ist über seine Landesgrenzen hinaus ein solidarischer Nachbar und aktiver Partner. Es nutzt die sich bietenden Chancen im erweiterten Europa und wahrt selbstbewusst und solidarisch seine Interessen. Es übernimmt die ihm zufallenden Verantwortungen und Verpflichtungen. Insbesondere für die unmittelbar angrenzenden Regionen, Bundesländer und Kantone ist das Land ein solidarischer und in Notfällen hilfsbereiter Partner.

Kultur, Innovation und Bildung
Kultur, Bildung und Wissenschaft leisten einen essenziellen Beitrag zur Bewahrung und zur Weiterentwicklung der gesamtgesellschaftlichen Grundlagen. Ein aktives kulturelles Leben schafft einen fruchtbaren Boden für eine ständige Auseinandersetzung mit der eigenen Entwicklung. Es bildet eine wichtige Grundlage für eine offene Gesellschaft und die kontinuierliche Innovation.

Das Potenzial seiner Gesellschaft ist die wichtigste Ressource für eine nachhaltige und erfolgreiche Entwicklung des Landes Südtirol. Das Land investiert in die Entwicklung des vorhandenen Wissens sowie in lebenslanges Lernen. Auf diese Weise werden geeignete Voraussetzungen für eine ständige Innovation in allen Räumen und in allen Bereichen des Landes geschaffen.

Drei Zinnen